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Festlich geschmückter Weihnachtsbaum mit einer Weihnachtskugel in Form einer Gurke

Wie kommt eine Gurke an den Christbaum? Bräuche rund um die Weihnachtszeit, die nicht jeder kennt

Glühwein, Krippe, Kerzenschein – klar, das gehört zu Weihnachten dazu. Aber wusstet ihr, dass in manchen Regionen Gurken am Christbaum hingen oder das Abendessen über Glück und Wohlstand entscheidet? Kommt mit uns auf eine kleine Entdeckungstour zu außergewöhnlichen Weihnachtsbräuchen – mal herzerwärmend, mal geheimnisvoll, manchmal sogar ein bisschen verrückt.
 

Die erstaunliche Geschichte der Weihnachtsgurke

Los geht’s mit der Weihnachtsgurke. Noch nie gehört? Und dabei ranken sich um die Gurke am Weihnachtsbaum gleich mehrere Legenden. Eine dieser Geschichten führt sogar ins Frankenland – genauer gesagt in die kleine Stadt Neustadt bei Coburg.

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts lebten dort viele Familien in großer Armut. Es war nicht genug Geld da, um jedem Kind ein Geschenk unter den Christbaum zu legen. Also wurde eine Gurke dort versteckt. Das Kind, das die Gurke als Erstes entdeckte – ohne dabei den Baum zu berühren –, bekam das Geschenk.

Und warum ausgerechnet eine Gurke? Ganz einfach: Das Gemüse wurde im Spätsommer eingelegt und war zur Weihnachtszeit fertig. Außerdem lässt sich eine grüne Gurke im Christbaum perfekt tarnen.

Gewinnt eure eigene Weihnachtsgurke!

Eine echte Gurke haben wir leider nicht für euch, aber hier könnt ihr einen Christbaumschmuck gewinnen, mit dem ihr die „alte“ Tradition auch in euer Wohnzimmer bringen könnt. Jede Gurke wird in sorgfältiger Handarbeit hergestellt und sorgt garantiert für Gesprächsstoff unterm Weihnachtsbaum. Neugierig? Hier geht’s zum Gewinnspiel!

Das „Neinerlaa“ – ein Weihnachtsmenü für Glück und Gesundheit

Ein Brauch, der besonders im Vogtland, im Egerland und im Erzgebirge gepflegt wird: Das „Neinerlaa“ ist ein üppiges Weihnachtsmenü, das an Heiligabend serviert wird und im krassen Gegensatz zu den traditionellen Wiener Würstchen mit Kartoffelsalat steht. Es gibt sage und schreibe neun Gerichte, von denen jedes eine besondere Symbolik hat.

Hier ein Beispiel, die genaue Zusammenstellung kann je nach Familie oder Region variieren:

  • Klöße sollen dafür sorgen, dass das große Geld nicht ausgeht.
  • Linsen, Erbsen oder Hirse stehen dafür, dass das Kleingeld nicht knapp wird.
  • Braten symbolisiert Kraft, Geflügel bringt Glück im neuen Jahr.
  • Sauerkraut steht für Gesundheit und dafür, dass „das Leben nicht sauer wird“.
  • Sellerie gilt als Zeichen für Fruchtbarkeit.
  • Pilze oder Rote Bete sollen für Freude, Glück und Wachstum sorgen.
  • Ein Nachtisch – etwa Kompott, Bratäpfel oder Backpflaumen – steht für das süße Leben und den Zusammenhalt.
  • Brot und Salz schließlich sollen vor Not schützen.

Wenn ihr ein „Neinerlaa“ einmal selbst ausprobieren wollt: Unser Tipp – ein frisches Kapuziner Weißbier rundet dieses opulente Weihnachtsmenü perfekt ab.

Von schaurig bis geheimnisvoll – die Raunächte

Die Raunächte, auch „Zwölften“ genannt, bezeichnen im europäischen Brauchtum die Zeitspanne vom 25. Dezember bis zum Dreikönigstag am 6. Januar. Rund um diesen Zeitraum gibt es eine ganze Reihe ungewöhnlicher Bräuche.

Einer davon ist das Räuchern: Der Begriff „Raunacht“ leitet sich vermutlich davon ab, dass man in dieser Zeit mit dem Räuchern von Ställen, Häusern und Viehbestand die bösen Geister vertreiben sowie Schutz und Segen für das kommende Jahr herbeirufen wollte.

Besonders kurios: In einigen Regionen ist es üblich, während der Raunächte keine Wäsche aufzuhängen oder zu waschen. Man fürchtete, dass durch die flatternden Leinentücher die „Wilde Jagd“ – ein unheimliches Geisterheer, das in stürmischen Winternächten über den Himmel zieht – angelockt werden könnte.

Auch Träume haben in den Raunächten eine besondere Bedeutung. Angeblich steht jede Nacht für einen Monat im neuen Jahr – und die Träume in diesen Nächten sollen Hinweise darauf geben, was einen im jeweiligen Monat erwartet.

Einfach wunderschön – der Abschluss der „Ewigen Anbetung“

Nach so viel Mystik darf ein besonders stimmungsvoller kirchlicher Brauch nicht fehlen. Er stammt aus unserer fränkischen Heimat. Die Fränkische Schweiz ist eine malerische Mittelgebirgsregion zwischen Bamberg, Bayreuth und Erlangen. Einzigartig dort sind die Lichterprozessionen, die zum Abschluss der „Ewigen Anbetung“ durch die Dörfer ziehen. Währenddessen brennen auf den hohen Felswänden rund um die kleinen Orte unzählige Holzfeuer. 

Die Straßenbeleuchtung wird gelöscht, Glockengeläut ertönt, eine Blaskapelle spielt, und die Menschen singen gemeinsam Kirchenlieder. Ein wunderbarer Weihnachtsbrauch, den ihr euch unbedingt einmal ansehen solltet – zum Beispiel in den Orten Nankendorf, Oberailsfeld, Obertrubach oder Pottenstein.

Wir wünschen euch eine fröhliche Weihnachtszeit!

Und natürlich wollen wir wissen: Kennt ihr selbst auch ungewöhnliche Weihnachtsbräuche? Schreibt es uns gerne!

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